aktueller Sendetermin:
Krank und nicht versichert
Im Notfall Dr. Denker

Freitag, den 25. Nov. 2011 um 21:15 Uhr
NDR-fernsehen
21:15 - 21:45 Uhr / Länge: 30 Min
eine Reportage von Michael Heuer
NDR-fernsehen Pressetext:
Eigentlich sind Dr. Uwe Denker und seine Ehefrau schon
längst im Ruhestand, aber die Tatsache, dass es Menschen
gibt, die keine Krankenversicherung haben, lässt den
Allgemeinmediziner und die Arzthelferin weitermachen.
Wer in ihre Praxis nach Bad Segeberg in Schleswig-Holstein
kommt, muss für die Behandlung nichts bezahlen.
"Es darf nicht sein, dass Menschen sterben, nur weil sie
sich eine Krankenkasse nicht mehr leisten können", meint
Dr. Denker.

Nach seinen Schätzungen sind mindestens
1% der Bevölkerung in Deutschland nicht krankenversichert.
Vor allem Selbständige, aber auch alleinerziehende
Mütter, alte Menschen mit niedriger Rente, Flüchtlinge,
Asylbewerber und illegale Einwanderer suchen in der
"Praxis ohne Grenzen" medizinische Hilfe.
Seit dem 1. April 2007 ist es in Deutschland zwar Pflicht,
eine Krankenkasse nachzuweisen, doch Freiberufler, die
irgendwann einmal aus Kostengründen aus einer
Krankenkasse ausgetreten sind, können nur wieder Mitglied
werden, wenn sie sämtliche Rückstande, die inzwischen
entstanden sind, nachbezahlen. Ein riesiger Schuldenberg
käme auf sie zu, oft weit über 10.000 Euro.
"Das ist ein Problem", gibt selbst Bundesgesundheitsminister
Daniel Bahr (FDP) zu, dem Dr. Denker seine Probleme
persönlich schildern kann. Fast 50 Ärzte und Arzthelferinnen
sind für die aussergewöhnliche Praxis in Bad Segeberg
ehrenamtlich tätig. Kollegen aus ganz Deutschland wollen inzwischen das erfolgreiche Modell übernehmen.

Michael Heuer und sein Filmteam haben Dr. Denker bei
der Arbeit begleitet. Dabei hat der Autor Patienten kennengelernt, die bereit waren, über ihre Notlage zu sprechen. Andere wollten unerkannt bleiben aus Angst
und aus Scham vor den sozialen Folgen. Während seines
Drehs konnte das Team in einen Bereich des Gesundheits-
systems blicken, der nur selten öffentlich wird. Dabei sind
die Versäumnisse der Gesundheitsreformer gerade hier
elementar. Im Jahr 2010 wurde Dr. Denker in einer Gemeinschaftsaktion von NDR Info, NDR fernsehen
und vier norddeutschen Zeitungen als sogenannter
"Held des Nordens" ausgezeichnet.
* * * *
Eigentlich sind Dr. Uwe Denker und seine Ehefrau schon
längst im Ruhestand, aber die Tatsache, dass es Menschen
gibt, die keine Krankenversicherung haben, lässt den
Allgemeinmediziner und die Arzthelferin weitermachen.
Wer in ihre Praxis nach Bad Segeberg in Schleswig-Holstein
kommt, muss für die Behandlung nichts bezahlen.
"Es darf nicht sein, dass Menschen sterben, nur weil sie
sich eine Krankenkasse nicht mehr leisten können", meint
Dr. Denker.

Nach seinen Schätzungen sind mindestens
1% der Bevölkerung in Deutschland nicht krankenversichert.
Vor allem Selbständige, aber auch alleinerziehende
Mütter, alte Menschen mit niedriger Rente, Flüchtlinge,
Asylbewerber und illegale Einwanderer suchen in der
"Praxis ohne Grenzen" medizinische Hilfe.
Seit dem 1. April 2007 ist es in Deutschland zwar Pflicht,
eine Krankenkasse nachzuweisen, doch Freiberufler, die
irgendwann einmal aus Kostengründen aus einer
Krankenkasse ausgetreten sind, können nur wieder Mitglied
werden, wenn sie sämtliche Rückstande, die inzwischen
entstanden sind, nachbezahlen. Ein riesiger Schuldenberg
käme auf sie zu, oft weit über 10.000 Euro.
"Das ist ein Problem", gibt selbst Bundesgesundheitsminister
Daniel Bahr (FDP) zu, dem Dr. Denker seine Probleme
persönlich schildern kann. Fast 50 Ärzte und Arzthelferinnen
sind für die aussergewöhnliche Praxis in Bad Segeberg
ehrenamtlich tätig. Kollegen aus ganz Deutschland wollen inzwischen das erfolgreiche Modell übernehmen.

Michael Heuer und sein Filmteam haben Dr. Denker bei
der Arbeit begleitet. Dabei hat der Autor Patienten kennengelernt, die bereit waren, über ihre Notlage zu sprechen. Andere wollten unerkannt bleiben aus Angst
und aus Scham vor den sozialen Folgen. Während seines
Drehs konnte das Team in einen Bereich des Gesundheits-
systems blicken, der nur selten öffentlich wird. Dabei sind
die Versäumnisse der Gesundheitsreformer gerade hier
elementar. Im Jahr 2010 wurde Dr. Denker in einer Gemeinschaftsaktion von NDR Info, NDR fernsehen
und vier norddeutschen Zeitungen als sogenannter
"Held des Nordens" ausgezeichnet.
* * * *
z u l e t z t g e
s e n d e t:
NDR
45 Min Spezial
NDR fernsehen
ein Film von Michael Heuer
aus dem Pressetext des NDR:
Fast zehn Jahre ist es her, als der damals neunjährige Dennis aus einem Schullandheim bei Bremen verschwand und kurz darauf ermordet aufgefunden wurde.Ein weiteres Opfer des "Maskenmannes"? So nannte die Kripo einen Serientäter, der in fast 20 Jahren mehr als 40 Jungen in Zeltlagern und Schullandheimen sexuell missbraucht haben soll. Mindestens drei seiner Opfer hat der Mann getötet. Jetzt hat sich der lange Atem der Soko Dennis ausgezahlt: Der Täter ist gefasst und geständig.
NDR Autor Michael Heuer hat die Soko Dennis bei ihren langjährigen Ermittlungen begleitet und zeigt exklusive Einblicke in die Arbeit der Fahnder.
copyright Fotos: NDR * * * * *
z u l e t z t g e s e n d e t:
Endlich schuldenfrei
Dienstag, den 12. April 2011 um 22:35 Uhr
NDR-fernsehen - 45 Min
Länge: 45 Minuten
ein Film von Michael Heuer

Pressetext des NDR
Claus Hartmann ist verzweifelt, sein Traum vom Eigenheim zerstört.
Wie ein Fluch liegt das vor sich hinmodernde Haus auf der Familie.
Im Untergeschoss schwappt stinkendes Wasser. 200.000 Euro Schulden
hat der Busfahrer und kaum noch Lebensmut! „Von alleine komme ich
da nicht mehr raus“, weiß der Familienvater. Doch seit ihm Schuldner-
berater Klaus Helke zur Seite steht, gibt es neue Hoffnung.
Genauso wie für Edeltraut und Horst Gielsdorf. Dem Rentnerehepaar
wurden mehrere Kredite zum Verhängnis. „Einfach tot umfallen und weg
aus dem Ganzen“, so dachten sie, bevor der Schuldnerberater sie wieder
auf einen einen anderen Weg brachte. Der alleinerziehenden jungen Mutter
Nadine Fox sitzen 18 Gläubiger im Nacken, mit Forderungen über
18.000 Euro! Auch für sie ist Klaus Helke von der zentralen Beratungsstelle
des Diakonischen Werkes in Hannover der letzte Ausweg.
Mehr als sechs Monate haben Autor Michael Heuer
und sein Filmteam den Schuldnerberater während seiner Arbeit
beobachtet. „Die Wut ist gewachsen“, stellt Klaus Helke voller
Bitterkeit fest. In einer Zeit, in der der Staat selber Rekordschulden
macht und trotzdem „Not leidende Banken mit finanziellen
Schutzschirmen“ ausstattet.
„Das Haus ist nicht mehr zu retten, aber ihre Familie sehr wohl“ sagt der
Schuldnerberater und begleitet Busfahrer Claus Hartmann zur
Zwangsversteigerung seines maroden Hauses. Und für das mutlose
Rentnerpaar setzt Klaus Helke eine Privatinsolvenz durch.
Auch für Nadine Fox gibt es eine Lösung. „Es hat mich ins Leben
zurückgebracht“, sagt die junge Mutter erleichtert, „also Mädchen:
Kümmere Dich um Deine Sachen!“
Im Jahr 2009 gab es in Deutschland nicht nur mehr Firmenpleiten
als im Jahr zuvor, sondern auch mehr Verbraucher-insolvenzen.
Rund 3,4 Millionen Haushalte gelten als überschuldet:
Das sind mehr als 7,2 Millionen Menschen, fast jeder
zehnte Erwachsene. Und längst leben die Schuldner nicht mehr
nur am Rand der Gesellschaft sondern mittendrin.
Foto:
Jan Lieske
* * * * * * * * * *
Missbrauch per Mausklick
Kinderpornografie im Internet
Sonntag, den 13. März 2011 um 23:30 Uhr
auf Phoenix
ein Film von Michael Heuer
ZDF Pressetext:
Die Vernehmung ist beendet. Kriminaloberkommissar
Dieter Scholz ist sicher, dass der Beschuldigte etwas zu verbergen hat, auch wenn der sich absolut unschuldig gibt. Bei ihm werde man nichts finden. In solchen Fällen setzt Scholz auf seinen Kollegen Thorsten Steinert von der Datenverarbeitungsgruppe. Steinert weiss: "Fehler machen sie alle!" Und tatsächlich entdeckt der Computerspezialist einige Tage später unter hunderttausenden Fotos widersprüchliche kinderpornografische Dateien.
Ausreichend Beweise für einen Prozess.
Seit mehr als zehn Jahren ist Dieter Scholz im Fachkom-
missariat für Sexualdelikte bei der Polizeidirektion Hannover tätig. Ein Jahr lang haben Autor Michael Heuer und Filmteam den Ermittler bei der Arbeit begleitet, waren bei Einsatz-fahrten, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und beim Durchsuchen der Computer dabei. Für den Beamten
ein oft zermürbender und nur schwer zu ertragender Alltag.
Dieter Scholz nimmt das aber immer wieder zum Ansporn, gegen die wachsende Bedrohung durch kinderporno-grafische Bilder und Videos im Internet anzukämpfen.
"Das Weggucken, wenn jemand auf dem Bahnsteig verprügelt wird, ist nichts anderes als das Weggucken im Internet", warnt der Kommissar, "hier muss man immer
wieder Anstöße geben, das sich das Bewusstsein unserer
Politiker verändert!"
Denn die Zahlen sind erschreckend. Jeden Tag suchen
circa 350.000 "User" in diversen Chats und Tauschbörsen
ihren perversen K(l)ick. 80 Prozent der Kinder, deren
Fotos und Videos im Internet kursieren, sind jünger als zehn Jahre. Immer mehr und immer jüngere Missbrauchsopfer, aber auch immer jüngere Täter, wenden sich an Ärzte und
Psychotherapeuten.
Die Dokumentation macht deutlich, wie wichtig die Aufklärung schon in der Grundschule ist und dass die Opfer auch Jahre nach der Tat an den Folgen des sexuellen Missbrauchs leiden.
Erstaustrahlung: 20.10.2010 im ZDF
* * * * * * * * * Der Schatten von Robert Enke
Leben mit Depressionen
in NDR 3
am Dienstag, den 18. Januar 2011
von 23:45 - 00:45 Uhr
ein Film von Michael Heuer
NDR fernsehen - Pressetext:
Depression- diese Krankheit ist in Deutschland die häufigste
Ursache für eine Frühberentung, für eine hohe Anzahl an krankheitsbedingten Fehltagen in der Arbeitswelt und für
die weitaus meisten Suizide. Vier Millionen Menschen in
Deutschland haben eine Depression. Hinweise, Warnungen,
Appelle von Ärzten, Krankenkassen und Politikern hat es
schon lange gegeben. Doch erst durch den Selbstmord von
Robert Enke am 10.November 2009 wurde der Öffentlichkeit
die Dimension der "dunklen Krankheit" wirklich bewusst.
Die Nr. 1, der Torwart der Deutschen Fußball - National-mannschaft litt jahrelang unter Depressionen und hatte sich dennoch dafür entschieden, zu schweigen. Unzählige Menschen trauerten um Robert Enke und bewunderten
seine Ehefrau Teresa dafür, dass sie die Depression ihres Mannes offen aussprach.
"Es war wirklich so eine Hoffnung, dass jetzt endlich dieser Krankheit mehr Beachtung geschenkt wird", hört man heute von Menschen, die an Depression erkrankt sind.
Doch was ist aus dieser Hoffnung geworden? Was hat Enkes Tod bewirkt? Gibt es heute tatsächlich mehr Sensibilität, Verständnis und Hilfe für die Betroffenen? In seiner Spuren- suche für "45 Minuten" trifft der NDR-Autor Michael Heuer auf junge Menschen, für die Robert Enke ein Vorbild war,
und die durch seinen Selbstmord in eine tiefe Lebenskrise gerieten. Aber da sind auch Ältere, für die Enkes verzweifeltes Ende der Auslöser war, für sich selbst um Hilfe zu rufen. "Was ich erlebt habe, war eine völlige Taubheit, und eine so totale Zurück-gezogenheit in mich selbst, dass ich selbst meinen Körper und meine Psyche gar nicht mehr spüren konnte." Das sagt ein 59jähriger Mann, der seinen Beruf als Lehrer wegen seiner Depression aufgeben musste.
Auf seiner Spurensuche trifft der Autor auch auf Margot Käßmann, die in Hannover am Tag nach Enkes Selbstmord
den Trauergottesdienst hielt. In der NDR-Dokumentation
fordert sie Toleranz und Respekt gegenüber Menschen mit einer Depression: Nicht: "Reiß dich zusammen." Sondern
"Das ist tatsächlich etwas, wo du eine Therapie brauchst.
Und du brauchst dich dafür nicht zu schämen!"
Aber Margot Käßmann fürchtet auch: "Ganz viele leben jetzt
wieder mit dieser Fassade: nach außen ganz stark, ganz klar, ganz erfolgreich, und innen zerbricht die Seele. Und so
kann ein Mensch nicht leben!"
Der Film zeigt auch, wie unzureichend in Deutschland die
medizinische Versorgung für psychisch Kranke ist. Lange
Wartezeiten auf eine Therapie, kaum Psychiater außerhalb der Ballungszentren, Nachwuchsmangel, überforderte Haus-
ärzte und ein unüberschaubares Sozialversicherungssystem.
Und mittendrin die Betroffenen: auf dem Abstellgleis in der Arbeitswelt, zunehmend fremd in ihrem eigenen Leben.
Der mit dem Adolf-Grimme Preis und dem
Deutschen Sozialpreis ausgezeichnete Autor Michael Heuer widmet sich in seinen Filmen häufig Menschen mit Depressionen, Ängsten und Autismus. Im Februar 2010 wurde im NDR fernsehen der viel beachtete Dokumentarfilm "Tod auf dem Hochsitz" gesendet: das Schicksal eines arbeitslosen Handelsvertreters, der auf einem Hochsitz im Solling den Tod sucht und findet.
Redaktion: Barbara Denz
* * * * * * * * * * * * *Volksleiden Depression
Sendung im NDR fernsehen
am Dienstag, den 2. November 2010
um 22:35 Uhr in der Reihe: "45 Minuten"
am Dienstag, den 2. November 2010
um 22:35 Uhr in der Reihe: "45 Minuten"
ein Film von Michael Heuer
* * * * * * * * * *R ü c k b l i c k:
Tod auf dem Hochsitz
Sonntag,den 5. September 2010
um 19.30 Uhr im Kunsthaus Jesteburg
während der "Jesteburger Kunstwoche"
Projektion und Diskussion
mit Hans-Jürgen Börner, Jens Thomas
und Michael Heuer
Infos zu "Tod auf dem Hochsitz": weiter unten
* * * * * * * * * * * * *
A U S G E Z E I C H N E T
U N D
A K T U E L L W I E D E R H O L T *
NDR „Seh – Stern“
für die beste Dokumentation 2009
geht an die vierteilige Reihe „Meine DDR“
Teil 1: Träume und Illusionen
Autor: Tom Ockers
MO, den 14. Juni 2010, 23.15 Uhr auf N3
Teil 2: Im Schatten der Mauer
Autor: Gunther Scholz
MO, den 21. Juni 2010 um 23.15 Uhr auf N3
Teil 3: Der schöne Schein der Diktatur
Autor: Michael Heuer
MO, den 28. Juni 2010 um 23.15 Uhr auf N3
Teil 4: Tanz auf dem Vulkan
Autorin: Kathrin Pitterling
MO, den 5.Juli 2010 um 23.15 Uhr auf N3
Redaktion NDR: Hans-Jürgen Börner
Produktion: cinecentrum Hamburg
* * * * * * * * * * * * *
A U F G R O S S L E I N W A N D
TOD AUF DEM HOCHSITZ
FILM UND DISKUSSION
Matinee am 13. Juni 2010 um 11.00 Uhr
Foyer Schauspielhaus HannoverPrinzenstr. 9
30159 Hannover
Fotos: Matinee und Diskussion, Schauspielhaus Hannover, 13. Juni 2010
Tod auf dem Hochsitz
ein Film von Michael Heuer
Länge: 89 min, 2009 / 2010

NDR fernsehen, 2. Februar 2010
Pressetext des NDR
Am 8. Februar 2008 wird auf einem Hochsitz im Solling/Niedersachsen
der Leichnam eines Mannes gefunden. Neben ihm liegt eine Art Tagebuch,
in dem der arbeitslose Handelsvertreter Bilanz zieht.
"Jetzt geht's auf Hartz IV, aber nicht mit Peter Zschäpe!". Warnung, Appell,
Klageruf! 24 Tage lang verharrt der zuletzt in Hannover gemeldete Mann
auf dem morschen Hochsitz, isst und trinkt immer weniger, bis er
im Dezember 2007 einsam und unbemerkt stirbt.
in dem der arbeitslose Handelsvertreter Bilanz zieht.
"Jetzt geht's auf Hartz IV, aber nicht mit Peter Zschäpe!". Warnung, Appell,
Klageruf! 24 Tage lang verharrt der zuletzt in Hannover gemeldete Mann
auf dem morschen Hochsitz, isst und trinkt immer weniger, bis er
im Dezember 2007 einsam und unbemerkt stirbt.
Ein Arbeitsleben in Deutschland: Wie Willy Loman in Arthur Millers
berühmtem Theaterstück "Tod eines Handlungsreisenden" aus dem Jahre 1949 findet sich auch der einst erfolgreiche Verkaufsleiter Peter Zschäpe
in den Bedingungen der modernen Arbeitswelt nicht mehr zurecht.
Die Frührente lehnt der 58-Jährige ab, genauso Hartz IV. Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben ist für ihn das Eingeständnis, versagt zu haben.
"Die Rente ist sicher!" und "Arbeit muss sich wieder lohnen!": diesen locker daher gesagten Sprüchen deutscher Politiker ist der "Handlungsreisende" des 21. Jahrhunderts auf den Leim gegangen.
Wie überhaupt die auf Arbeit fixierte Gesellschaft kühl vorrechnet:
"Ohne Fleiß kein Preis!" und "Haste was, biste was!". Nach außen hin wirkt der ehemalige Verkäufer stolz und stark. Das wahre Ausmaß seiner existenziellen Not verschweigt er.
In einer Zeit, in der "Not leidende Banken" vom Staat mit finanziellen "Schutzschirmen" und Manager abgewirtschafteter Unternehmen mit Bonuszahlungen in Millionenhöhe versorgt werden, ist der einzelne
"hoch geschätzte" Mitarbeiter in Wirklichkeit nichts wert. Während sich Politiker auf eine Pension von vielen Tausend Euro freuen,
sieht ein Großteil der Bürger voller Angst der Rente mit 67 entgegen.
Die Finanzkrise ist eben auch eine moralische Krise.
Dass Arbeit immer häufiger depressiv macht, hat unlängst der Freitod von Robert Enke deutlich gemacht. Fast auf den Tag genau im Monat November suchte und fand auch er wie Peter Zschäpe zwei Jahre zuvor einen Ort,
um sich das Leben zu nehmen. Erst in der Trauer um den Fußball- nationalspieler haben viele erkannt, wie sehr die Arbeitswelt Menschen zerstören kann.
Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Michael Heuer hat sich mehr
als ein Jahr lang auf Spurensuche begeben. Er hat Zeitzeugen und Weggefährten gefunden, die Peter Zschäpe kannten und dessen Arbeitsleben begleiteten. Diese Aussagen bilden die Grundlage des Films. Wie Erinnerungsfetzen umkreisen sie den Hochsitz: am Tag, in der Nacht,
bei Regen und Schnee, bei Sonne und blauem Himmel. Ein so genannter "Text" erübrigt sich. Vielmehr bekommt der aus dem Leben scheidende Mensch selbst ein Organ, einen Atem: die Stimme und die Musik von
Jens Thomas, zaghaft und aufbegehrend, flüsternd und brüllend,
warm herzig und gefrierend zugleich.

Weitere Aufführungen:
Berlinale, European Film Market Berlin 2010
60. Internationale Filmfestspiele Berlin
präsentiert vom Film & Medienbüro Niedersachsen e.V.
im Auftrag von nordmedia Fonds GmbH:
Vorführung Berlinale: 16. Februar 2010
Pressestimmen:
"Michael Heuer rekonstruiert das Leben dieses Mannes oder, genauer gesagt, die Geschichte seines allmählichen Verschwindens aus der sozialen Bedeutung. --- ein ambitionierter, ungewöhnlicher, nachdenklich stimmender, ja anrührender Film"
epd medien, 17. Februar 2010
"Die Ton- und Bildcollagen und die Farbgebung machen diesen Dokumentarfilm über ein Leben in der modernen Arbeitswelt zu einem, aus dem Fernsehalltag herausragenden Ereignis. Man kann dem Autor und Regisseur und die betreuende NDR-Redaktion nur zu ihrem Mut beglückwünschen".
Film- & Medienbüro Niedersachsen e. V., Rundbrief Febr. - März 2010
"Michael Heuer gibt dem Namen "Peter Zschäpe" eine Gestalt und zeigt,
dass sich mit ihr ein eigentlich ganz alltägliches Schicksal verbindet.
.. Zugleich ist der Film ein Spiegel der modernen Gesellschaft in der "systemrelevante Banken" vom Staat unter "finanzielle Schutz-
schirme" gestellt werden, in der aber der Einzelne verzichtbar
geworden ist".
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2010
"Heuer verzichtet in seinem... eindringlichen Dokumentarfilm... auf
jeglichen Kommentar aus dem Off, lässt die Aussagen der Interview-
partner für sich sprechen... Musikalisch begleitet werden diese
Szenen mit der Musik des Sängers und Pianisten Jens Thomas. Und
die ist häufig bewusst disharmonisch".
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 02.02.2010
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